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Wenn der Boden unter uns wankt
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Foreshocks, die Vorbeben, das Zittern vor dem eigentlichen Erdbeben sind ein Spiegel der aktuellen politischen und kreativen Landschaft in Deutschland und darüber hinaus. Wir erleben den langsamen Zusammenbruch von Systemen angesichts des Erstarkens rechter Parteien, systemischer Unterdrückung und kapitalistischer Ausbeutung. Das sind nicht nur Warnzeichen – wir leben bereits inmitten der Vorbeben und den Nachwirkungen von Gewalt. Und doch bleiben viele von uns wie erstarrt, gelähmt durch die Ungewissheit dessen, was noch kommen wird. Wir versuchen, uns auf das nächste Erdbeben vorzubereiten, aber wir wissen nicht, worauf genau wir uns vorbereiten sollen. Das lässt uns in einem Zustand der Verwirrung und der Abgeschiedenheit zurück, der unsere selbst errichteten Unterstützungssysteme schwächt und uns es uns zunehmend erschwert, einander zu halten und zu schützen.
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Diskurs sollte daher eine Plattform und ein sicherer Raum sein, in dem Künstler*innen und Publikum in Angst, Wut, Trauer und Hoffnung zusammenkommen können. Ein Raum, um sich zu verbinden, zu reflektieren und sich zu organisieren. Diskurs möchte Formate anbieten, die Gespräche über unsere gemeinsamen Erfahrungen mit systemischer Gewalt eröffnen: von staatlich auferlegten Ausschlüssen, bis hin zu ausbeuterischen Arbeitsbedingungen im Kulturbereich, und um kollektives Nachdenken über Strategien des Überlebens und des Widerstands in diesen zutiefst unsicheren Zeiten anzuregen. Diskurs zielt nicht darauf ab, teure oder exklusive Ressourcen bereitzustellen, sondern konzentriert sich stattdessen auf das, was bereits vorhanden ist: unser geteiltes Wissen, unsere tief- und weitgreifenden Perspektiven und unsere solidarischen Netzwerke, um diese wertvollen Ressourcen zu aktivieren und umzuverteilen, um uns bestmöglichst als Kollektiv auf das nächste Beben vorzubereiten.
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Um Platz für mehr Stimmen, Visionen und Dringlichkeiten zu schaffen, haben wir die Deadline für unseren Open Call bis zum 15.06.2025, 23:59 Uhr verlängert. Wir laden euch herzlich dazu ein, euch zu bewerben, um gemeinsam mit uns ein Festival zu gestalten, das revolutionäres Potenzial entfalten möchte durch bedeutungsvolle Akte des Zusammenkommens. Ein Raum, um sich in Ungewissheit zu versammeln, sich über Unterschiede hinweg zu verbinden und sich zu organisieren. Ein Raum, um darüber nachzudenken, wie sich kollektives Überleben anfühlen, aussehen und gestalten könnte – gerade, und besonders dann, wenn der Boden unter uns wankt.
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When the ground beneath us is shaking
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Foreshocks, the trembling before the quake, resemble the current political and creative landscape in Germany and beyond. We are witnessing the slow collapse of systems under the rise of right-wing parties, systemic oppression, and capitalist exploitation. These are not only warnings – we are already living in the foreshocks and the aftermath of violence. And yet, many of us remain frozen, paralyzed by the uncertainty of what is still to come. We are trying to prepare ourselves for the next earthquake, but we don’t know what exactly we are preparing for. This leaves us in a state of confusion and disconnection. It weakens the self-built support systems we’ve relied on. We struggle nowadays to hold and protect one another in a productive, sustainable way.
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Diskurs should therefore be a platform and safer space where artists and audience members can come together in fear, anger, grief and hope. A space to connect, to reflect, to organize. Diskurs must offer formats that open conversations around our shared experiences of systemic violence: from state-imposed barriers to exploitative work conditions in the cultural field. It should spark collective thinking about strategies for surviving and resisting in these deeply unsafe times. Diskurs should not aim to provide expensive or exclusive resources. Instead, it must focus on what already exists: the inherent wisdom, resources and networks we already have. Our mission is to activate and redistribute them – to learn how to use them wisely as a collective to fight for a better future.
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To make space for more voices, visions, and urgencies, we’ve extended our open call deadline to 15.06.2025, 23:59. We warmly invite you to apply and join us in shaping a festival that reaches for revolutionary potential - a space to gather in uncertainty, to connect across differences, and to imagine how survival as a collective might feel, look, and take shape – even, and especially, when the ground is unsteady.
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