Be Water, My Friend.

Carmen Lee, Chung Shing Au, Greta Katharina Klein, Levin Eichert

«Be Water, My Friend» thematisiert die Schönheit der Menschlichkeit, die Demonstrant:innen, darunter die Künstler:innen Carmen Lee und Chun Shing Roland Au, während der Hong Kong Proteste 2019 erlebten. Die Performance thematisiert die Ziele, Strategien, inneren Kämpfe und vor allem die Beständigkeit und den Widerstand der  Protestierenden. Dabei werden diese nicht nur zum Inhalt, sondern auch zur Form. Geleitet von den von Proteststrategien entwickeln die Künstler:innen die Ästhetik für ihre Performance. 

Das Publikum wird zu einem partizipativen Spaziergang durch die Stadt eingeladen, bei dem das Material Wasser erkundet wird. 2019 benutzten die Demonstrant:innen Wasser, um  Proteststrategien zu beschreiben. Die Metapher des Wassers bei den Protesten in Hongkong wurde von Bruce Lee, dem Hongkonger Kampfkünstler und Philosophen, inspiriert. 

„Be Water, My Friend. 
Empty your mind. 
Be formless, shapeless, like water. 
You put water into a cup, it becomes the cup. 
You put water into a bottle, it becomes the bottle. 
You put it into a teapot, it becomes the teapot. 
Now water can flow or it can crash. 
Be water, my friend.“ 

– Bruce Lee – 

Die Demonstrant:innen adaptierten Bruce Lees „Be Water“-Philosophie.

“Be Strong like Ice when confronting the police. 
Be fluid like water on the streets. 
Gather like dew when organizing protests. 
Scatter like mist to avoid arrest and be able to fight for another day.” 

– Protestierende – 

Die Performance lädt das Publikum nicht nur dazu ein, zu re-imaginieren, was in Hongkong  passiert ist, sondern verbindet diese Erfahrungen mit einem breiteren Kontext von  Protesten.

Treffpunkt 1: 10.30 Uhr beim Festivalzentrum oder 10.45 Uhr Galerie Neustädter Tor.

Treffpunkt 2: 13.30 Uhr beim Festivalzentrum oder 13.45 Uhr Galerie Neustädter Tor.


ACHTUNG:
Die Performance findet draußen statt. Regenfeste Kleidung wird empfohlen. 

Alle Teilnehmenden sollten zuvor die Telegram-App installieren. Bildschirme können im Notfall auch geteilt werden. 

Es wird sich circa eine Stunde durch den Stadtraum Gießen bewegt. 

Falls Unterstützungsbedarf da ist kann sich gerne bei uns gemeldet werden: info@diskursfestival.de Es wird für diese Veranstaltung ein Buddy- System geben. Für weitere Informationen bezügliche Zugänglichkeit, HIER klicken.

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Zum Inhalt: keine weiteren Informationen
Sprache: English

Das Nachgespräch zu der Produktion findet am Sonntag 16. Oktober um 18 Uhr im Festivalzentrum statt.

Posthuman Performance Lab

TL Morrison

TL Morrison ist Teil unseres diesjährigen Residenz Programms. Während dem ganzen Festival wird sie an ihrem eigenen Forschungsthema auf wissenschaftliche und küsntlerische Art und Weise arbeiten mit dem Titel: Posthuman Performance Lab.

Das Posthuman Perfomance Lab bei Diskurs 2022 wird eine experimentelle und praktische Forschungsarbeit zur Entwicklung einer posthumanen Performance-Praxis sein. 

Die posthumane Theorie ist ein generatives Werkzeug, um die posthumane Bedingung zu organisieren und zu navigieren – was es bedeutet, menschlich zu sein, wenn menschlich zu sein bedeutet, zur Zerstörung fähig und schuldig zu sein. Die posthumane Bedingung ist eine qualitative Anerkennung der Schwierigkeiten bei der Subjektkonstruktion als Ergebnis der sozialen und politischen Kräfte der Macht in unseren fortgeschrittenen kapitalistischen, hypertechnologisierten, globalisierten Systemen, neben den Paradigmenwechseln und der beispiellosen Beschleunigung des Wandels, die zum Anthropozän geführt haben. 

Die Anwendung eines posthumanen Blickwinkels auf die zeitgenössische Performance-Praxis könnte ein Mittel zur Erforschung alternativer Werkzeuge und Methoden sein, um die hierarchischen Formen der gegenwärtigen Praxis zu dekonstruieren. Zeitgenössische angewandte Theaterpraktiken, die bei der Inszenierung von Erzählungen der „Anderen“ eingesetzt werden, laufen oft Gefahr, durch wiederholte Manifestationen von Dominanzstrukturen – sowohl auf als auch hinter der Bühne – Abgrenzungen des Anderen als gleichbedeutend mit dem Untergeordneten zu verstärken, was zur Verstärkung und Aufrechterhaltung der ausschließenden Systeme der Hegemonie führen kann. In diesem kollektiven Labor und Forschungsraum wird die Frage gestellt, warum wir die posthumane Theorie auf die Performance-Praxis übertragen sollten, wie wir dies tun könnten und wie es aussehen würde, wenn wir es täten. 

Der erste Workshop dient dem Wissensaustausch über die posthumane Theorie und die Gründe für ihre Übertragung auf die angewandte Theaterpraxis, gefolgt von einer kollektiven Erkundung, wie eine posthumane Aufführungsmethodik aussehen könnte. 

Im zweiten Workshop wird ein gemeinschaftlicher kreativer Raum geschaffen, in dem mit den vorgeschlagenen Übungen und posthumanen Praxisprozessen aus dem ersten Workshop experimentiert werden kann. 

Die Residenz endet in einer Mini-Installation und performativen Intervention, die den Prozess dokumentiert und einen Raum für die Präsentation, Befragung und Reflexion dieser vorgeschlagenen posthumanen Performance-Praxis bietet.Inhaltswarnung: diskutieren von Missbrauch von Macht innerhalb Theaterpraxis.

Zum Inhalt: keine weiteren Informationen
Sprache: English

Das Nachgespräch zu dem Residenzprogramm findet am Samstag 29. Oktober um 17 Uhr im Festivalzentrum statt.

Handeln durch unterlassen

Nora Sobbe, Paul Matyschok, Ronja Landtau

Hierbei handelt es sich um ein installativ perforamtives Diskursformat.

Interagiere als Teil des Organismus einer installativen Buzzer-Verschaltung. Der Aufbau ermöglicht es, durch Unterlassen eines Buzzer-Pushes in den Diskursraum zu intervenieren. Die Buzzer funktionieren dabei als Indikator einer Zustimmung oder Nicht-Zustimmung zur derzeitigen Formation des Diskursraums und können während zweier Push-Phasen mit dem Fuß aktiviert werden. Die Aktivierung erfolgt nicht einsichtig. Werden alle Fußbuzzer betätigt kommt es zum Aufleuchten und der Raum wird wie bestehend aktualisiert. Unterlässt mindestens eine Person den Push, bleibt das Aufleuchten der Buzzer aus und reflexive Interimsphasen werden eingeleitet. Diese Phasen sehen ein Nachdenken über Gesprächsdynamiken vor und können zum Austausch über Gesprächsmodi genutzt werden. Der installative Aufbau versteht sich als Versuch, einen Ort mit möglichst geringen Sprech-Hemmnissen und zugleich einer Vielzahl an Partizipationsmöglichkeiten zu generieren – einen Diskursraum, der sich in Momenten der Hemmnis selbstreflexiv befragt.

Jede Aufführung/Diskussion hat ein anderes Thema im Fokus.

 

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Zum Inhalt: je nach Thema anders –> TBA
Sprache: variabel, je nach Bedarf Publikum

Das Nachgespräch von der Performance am Samstag finden an dem Tag um 19:00 Uhr statt. Das Nachgespräch von den Aufführungen am Sonntag an dem Tag um 18.30 Uhr. Beide im Festivalzentrum.

Samstag, 22. Oktober

Sonntag, 23. Oktober

Tere Mere Beech Mein

Juli Mahid Carly

Meine Stimme gehört über 200 Charakteren in Bollywood. Schauspieler*innen, die über Jahre kamen und gingen, haben sich meine Stimme angeeignet, aber ich bin geblieben und habe weitergesungen. Meine Stimme gehört Britney Spears, aber davon weiß sie gar nichts. Meine Stimme hört sich an, wie ganz Indien. Meine Stimme hat letztes Jahr überlebt als ich gestorben bin.

In dieser Performance arbeitet Juli Mahid Carly zu der indischen Sängerin Lata Mangeshkar, deren Songs in berühmten Hindi-Filmen auch im Rest der Welt bekannt und beliebt sind. Juli versetzt sich in Lata herein und stellt sich die Frage, was es bedeutet seine Stimme für andere Gesichter zu verleihen und macht dabei überraschende Entdeckungen.

Zum Inhalt: keine weiteren Informationen
Sprache: Deutsch und English

Das Nachgespräch zur Produktion findet direkt im Anschluss im Festivalzentrum statt.